24.10.2018 - Zapfendorf - News Nr.: 14315
Unbekannter tyrannisiert ganzes Dorf
Freizeitleben in 5.000 Einwohner-Gemeinde wird seit Wochen immer wieder teils empfindlich gestört - Unbekannter Täter wirft Pferdekot in Freibad und sägt mehrere Bäume vor der Kirche, auf Spielplätzen und vor dem Rathaus um - Neuer Höhepunkt: Abgelegte Bombenattrappen unter Autobahnbrücke und am Bahnhof neben ICE-Strecke - Bürgermeister rätselt über Motivlage: "Anfangs haben wir das für einen dummen Jungenstreich gehalten, aber die Ausmaße jetzt gehen weit über einen Streich hinaus!"

© NEWS5 / Merzbach

Zapfendorf ist eigentlich eine gemütlich kleine Gemeinde im Herzen von Franken am Rande der Fränkischen Schweiz gelegen. Insgesamt 5.000 Menschen leben in dem Ort am nördlichen Rand des Landkreises Bamberg. Doch seit einigen Wochen sind die Menschen beunruhigt, denn ein Unbekannter treibt hier sein Unwesen und stört den öffentlichen Frieden teils erheblich.

Am Dienstagnachmittag entdeckt eine Passantin ein verdächtiges Rohr direkt neben den Bahngleisen der ICE-Strecke München-Berlin liegen. Sie informiert die Polizei, welche den Gegenstand ebenfalls nicht einwandfrei identifizieren kann und größräumig den Bereich absperrt. Der Bahnverkehr ruht, rund zehn Bewohner der angrenzenden Gebäude werden evakuiert und Spezialkräfte der Technischen Sondergruppe des LKA aus München rücken an. Erst nach rund drei Stunden können die Experten Entwarnung geben - es handelt sich um eine Attrappe.

Ähnliches Bild rund sechs Wochen zuvor unter einer Brücke der Autobahn 73. Ebenfalls in Zapfendorf gelegen, hatte ein Unbekannter ein Paket abgelegt mit arabischen Schriftzeichen und verdächtigen Kabeln. Für rund sechs Stunden muss die Autobahn gesperrt werden und Anwohner müssen Umwege zu sich nach Hause in Kauf nehmen, ohne, dass - glücklicherweise - je eine Gefahr bestand.

Diese beiden Fälle sind jedoch nur die Spitze des Eisberges, der bei der Gemeindeverwaltung am Mittwoch (24.10.2018) für Gänsehaut und Kopfschütteln sorgt. Denn schon seit Monaten tyrannisiert der Täter den Ort. So fanden sich im Hochsommer plötzlich mehrfach Pferdeäpfel im Wasser des örtlichen Freibades und sorgten bei heißen Temperaturen für enttäuschte Gesichter der Besucher, die vor verschlossener Tür standen. Immer wieder werden Bäume einfach gefällt. Vor der Kirche, auf Spielplätzen und sogar unmittelbar vor dem Rathaus lagen diese plötzlich auf der Wiese.

Von Zufällen geht der Bürgermeister der Gemeinde nicht mehr aus. Er glaubt, dass eine Person hinter all diesen Taten steckt. Doch das Motiv ist für ihn völlig schleierhaft: "Am Anfang haben wir das für einen dummen Jungenstreich gehalten, aber die Ausmaße jetzt gehen weit über einen Streich hinaus. Ich denke, da will uns jemand schaden."  Für Hinweise, die zur Ergreifung der Person führen, lobt die Kommune 100€ aus. Und auch die Polizei hat noch keine heiße Spur, wer der Tyrann von Zapfendorf sein könnte. Doch fest steht für alle Beteiligten: Solange der Unbekannte nicht gefasst wird, muss mittelfristig mit dem nächsten "Anschlag" auf die Gemeinschaft gerechnet werden.


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