11.07.2017 - Fürth - News Nr.: 11512
Schon wieder: Parksünder behindern Feuerwehr
Sekunden können Leben retten – Kellerbrand in Mehrfamilienhaus mit massiver Rauchentwicklung – Floriansjünger müssen über Umwege zum Brandort fahren – Straßen sind selbst dort nicht frei – Unter Zuhilfenahme von Einweisern rangieren Fahrer umständlich Hin und Her – Schwierige Situation für alle Einsatzkräfte, denn der Rauch war schon sichtbar

© NEWS5 / Bauer

Gerade einmal acht Wochen ist es her, dass die Fürther Feuerwehr durch Parksündern Probleme hatte eine Einsatzstelle zu erreichen. Glücklicherweise kam durch die Verzögerung auf der Anfahrt zu einem Zimmerbrand am 21.05.2017 keine Person zu Schaden. Jedoch war nach dem Tag klar, es muss etwas passieren, so kann es in den engen Straßen der Altstadt nicht weitergehen. Lösungsansätze wurden gesucht, zusammen mit dem Ordnungsamt und der Polizei. Jedoch wurde bei der Anfahrt zu einem Brand am Dienstagabend (11.07.2017) in der Pfisterstraße klar - in der Bevölkerung herrscht immer noch Unverständnis, warum das Einhalten von Halteverboten lebensrettend sein kann.

„Wir sind gegen 21 Uhr alarmiert worden. Stichwort: Kellerbrand, Personen in Gefahr, starke Rauchentwicklung“, erzählt Einsatzleiter Christian Rieck. Eine Situation, bei der im schlimmsten Falle Sekunden über Leben und Tod entscheiden können. Jedoch ging auf der Anfahrt wichtige Zeit verloren, denn die direkte Anfahrt war für Löschfahrzeuge und Drehleiter einfach nicht machbar, denn ein geparktes Auto blockierte den Weg. „Das Führungsfahrzeug ist gerade herum gekommen, dass Löschfahrzeug wäre nicht herumgekommen“, berichtet Rieck. „Wir haben kurzfristig herum delegiert, dass die Fahrzeuge anders fahren“. Doch auch auf der Ausweichstrecke gab es Probleme mit parkenden Fahrzeugen. Erst nachdem zwei Beamte ausgestiegen waren und vorne und hinten den Fahrer eingewiesen hatten, ging es wieder voran. „Der Streßpegel steigt, denn Rauch war schon sichtbar und das Stichwort „Personen in Gefahr“, eine sehr schwierige Situation“, erklärt Rieck die Situation der Einsatzkräfte.

Sie wollen helfen, kommen aber nicht so schnell voran, wie sie gerne würden. Eigentlich eine unerträgliche und unfassbare Situation. Nicht immer funktioniert es die Falschparker auf Seite zu rammen, wie es die Feuerwehr im Mai auf der Anfahrt in die Marienstraße praktizierte. Es bleiben nur noch wenige Möglichkeiten erzählt Rieck: „Das Auto auf die Seite heben oder gegebenenfalls anders anfahren“. Eine schwierige Situation, die im Worst Case enden würde, wenn die Drehleiter zur Menschenrettung nicht an das Brandobjekt kommt. Glücklicherweise kamen bei dem Kellerbrand keine Personen zu Schaden, wie es vor Ort hieß. Jedoch kann eine fehlende Drehleiter vor Ort bedeuten, dass die Feuerwehr Personen über ein verrauchtes Treppenhaus herausführen oder diese sich sogar mit einem beherzten Sprung in ein aufgebautes Polster retten müssen.

Beides war in der Pfisterstraße glücklicherweise nicht nötig, aber die Gedanken der Floriansjünger überschlagen sich in solchen Momenten. Der Kellerbrand an sich war dann nach dem Eintreffen schnell unter Kontrolle, jedoch bleibt mal wieder ein bitterer Nachgeschmack. In diesem Zusammenhang richtet sich Christian Rieck mit einer persönlichen Bitte an die Bevölkerung: „Der selbe Appell wie schon vor ein paar Wochen. Es einfach sein zu lassen, falsch zu parken. Letztendlich kann auch ihr Leben davon abhängen“.


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