Wer Auto fährt, egal ob als Fahrer oder Insasse, sollte eigentlich vor dem Losfahren den Gurt anlegen. Nicht nur, dass der Gesetzgeber hier eine strikte Regelung vorgegeben hat, die es zu befolgen gilt, sondern auch das eigene Interesse sollte hierfür ausschlaggebend sein. Kommt es zum Unfall, so kann ein nicht angelegter Gurt verheerende und sogar tödliche Folgen haben, wie tragischerweise am Montagabend (02.01.2017) auf der A9 in Fahrtrichtung München auf Höhe Offenbau (Lkr. Roth) geschehen. Hier kam eine 14-Jährige bei einem Verkehrsunfall zu Tode, weil sie ohne angelegten Sicherheitsgurt im Fahrzeug ihres Vaters saß.
Ein 51-Jähriger war am Montagabend (02.01.2017) zusammen mit seiner Tochter auf der A9 in Fahrtrichtung München unterwegs. Zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding fuhr er auf Höhe Offenbau aus noch unbekannten Gründen von der linken Spur, quer über alle Fahrstreifen nach rechts und gegen eine Böschung. Wie der Unfall dann weiter verlief, ist noch unklar. „Wir sind noch am Ermitteln, ob das Fahrzeug sich dann überschlagen hat oder nochmal in die Böschung gefahren ist.“, berichtet die Polizei. Wirkliche Unfallzeugen gibt es wohl nicht, denn es waren zwar andere Verkehrsteilnehmer in der Nähe, aber die waren in dem Moment damit beschäftigt einen weiteren Unfall zu verhindern. Deswegen wurde nun nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ein Gutachter zur Unfallstelle beordert, um die Polizei bei ihren Ermittlungen und der Rekonstruktion des Unfallhergangs zu unterstützen. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Ford anschließend auf dem mittleren Fahrstreifen zum Stehen kam. „Fakt ist auch, dass die 14-Jährige Beifahrerin während des Schleuderkurses aus dem Fahrzeug geschleudert wurde, weil sie nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht angeschnallt war.“, erzählt Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion in Feucht. Einsatzkräfte fanden die Jugendliche etwa 100 Meter vor dem Unfallfahrzeug auf der Autobahn. Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass der hinzugerufene Notarzt nur noch den Tod feststellen konnte. „Das ist so ein typischer Unfall, wo man eigentlich relativ hilflos daneben steht und sich denkt, hätte das junge Mädchen den Gurt angelegt gehabt, dann wäre sie vermutlich nicht getötet worden.“, so Pfeifer betrübt. „Was das Ganze umso tragischer macht für alle, die hier an der Unfallstelle im Einsatz sind.“. Den 51-Jährigen Fahrer hingegen fanden die Rettungskräfte noch im Auto sitzend vor. Er zog sich bei dem Unfallgeschehen schwere Verletzungen zu, die aber nach ersten Informationen nicht lebensgefährlich sind.
Mysteriös an der ganzen Situation auf der Autobahn ist allerdings, wie die jugendliche Beifahrerin an die Stelle kam, wo die Rettungskräfte sie fanden. Nach dem jetzigen Ermittlungsstand wurde die 14-Jährige nämlich durch die Heckscheibe aus dem Fahrzeug geschleudert. Hierzu passt auch die Lage von einem Schuh, der rund 20 Meter hinter dem Fahrzeug auf der Straße lag. Allerdings eben nicht der Auffindeort der jungen Frau. In diesem Punkt sind die Ermittlungen der Polizei und des Sachverständigen noch nicht abgeschlossen. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht auszuschließen, dass das junge Mädchen nicht auch noch von einem nachfolgenden Fahrzeug erfasst und mitgeschleift worden ist.“, berichtet Stefan Pfeifer. In diesem Zusammenhang wurde ein Mercedes SUV sichergestellt. An dem Fahrzeug wird dann bei Tageslicht nach entsprechenden Spuren gesucht.
Bedingt durch den tragischen Verkehrsunfall wurde die A9 komplett gesperrt. Nachfließenden Verkehr leiteten die Einsatzkräfte ab der Anschlussstelle Hilpoltstein ab. Für die bereits im Stau stehenden Personen wurde das BRK und das THW alarmiert, um heiße Getränke und heißes Essen auszugeben und so die Wartezeit etwas angenehmer zu gestalten. Zudem leistete das THW bei einem liegengebliebenen Auto im Stau mit einem Überbrückungskabel „Erste Hilfe“. Die Vollsperrung wurde erst nach mehreren Stunden komplett aufgehoben.