12.01.2018 - Heilsbronn - News Nr.: 12519
Flüchtlinge in verplombten Lkw-Anhänger entdeckt
Lkw-Fahrer bemerkt bei Pause an der A6 Klopfgeräusche aus Anhänger - Polizei findet sechs junge Männer auf Ladefläche - Laster war von der Türkei auf dem Weg durch Deutschland - Blinde Passagiere seit mindestens zwei Tagen ohne Licht und Nahrung unterwegs - Rettungskräfte mit Großaufgebot im Einsatz

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Bei einer Lkw-Kontrolle sind Beamte der Verkehrspolizei Feucht am Freitagmittag an der A6 auf mehrere Flüchtlinge in einem Container gestoßen. Der Lkw-Fahrer war aus der Türkei auf dem Weg durch Deutschland und machte auf dem Parkplatz Auergründel bei Neuendettelsau (Lkr. Ansbach) eine Pause. 

Hierbei hörte er plötzlich Klopfgeräusche aus der Ladefläche seines Anhängers schallen und bat einen deutschen Kollegen die Polizei zu informieren. Diese rückte mit mehreren Streifenwagen an, gleichzeitig machte sich auch ein größeres Aufgebot an Rettungskräften auf den Weg. Die Helfer öffneten den verplombten Laster und entdeckten hinter mehreren Paletten insgesamt sechs Flüchtlinge, die bei winterlichen Temperaturen quer durch Europa gereist waren. Die jungen Männer gaben an, in Belgrad zugestiegen zu sein und seit zwei Tagen ohne Licht und Nahrung mitzufahren. Sie sollen nach eigenem Bekunden aus Afghanistan, Marokko und Pakistan stammen und stellten bereits vor Ort erste Asylanträge in Deutschland.

Alle Aufgegriffenen waren stark dehydriert und mussten medizinisch behandelt werden. Die Polizei prüft nun den Wahrheitsgehalt der Aussagen, auch, ob der Lkw-Fahrer wirklich nichts von seiner Fracht wusste. Kriminaltechnische Untersuchungen sollen nun ergeben, ob die Plombe unbeschädigt war oder wie es den Flüchtlingen gelingen konnte, auf die Ladeflche zu klettern.


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