17.06.2017 - Ochsenfurt - News Nr.: 11395
Großbrand bei Südzucker: 270 Feuerwehrleute im Einsatz
Löscharbeiten in Zuckerfabrik immer noch nicht abgeschlossen – Flammen griffen von Lärmschutzwand aus Strohballen auf Fabrikteile über – Anwohner mussten bis in die Morgenstunden Fenster und Türen geschlossen halten

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Bedrohlich sah sie aus, die dunkle Rauchwolke die am Samstagabend (17.06.2017) über dem Werksgeländer der Firma Südzucker in Ochsenfurt (Lkr. Würzburg) schwebte und noch kilometerweit zu sehen war. Strohballen, die als Lärmschutzwand auf dem Firmengelände dienten, waren in Brand geraten. In der Folge griffen die Flammen auch auf einen rund 160 Meter langen Tunnel der Zuckerfabrik und weitere Gebäudeteile über. Insgesamt 270 Feuerwehrleute bekämpften den Großbrand bei Südzucker, viele von ihnen sind auch am Sonntagmorgen noch im Einsatz.

„Die Erstalarmierung erfolgte gegen 17:30 Uhr und war recht harmlos, ein Kleinbrand im Freien“, wie Kreisbrandinspektor Heiko Drexel berichtet. Schnell war jedoch klar, es handelt sich nicht wirklich um einen Kleinbrand auf dem Gelände der Firma Südzucker. Strohballen, die als Lärmschutzwände im Einsatz sind, standen in Flammen. Noch während der Einsatzleiter großzügig nachalarmieren ließ, weitete sich der Brand aus. Schnell stand eine dunkle Rauchwolke über dem Werksgelände und zog über das Bärental hinweg in Richtung Mainklinik. Über Radiodurchsagen wurden die Anwohner aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Sowohl die vorbeiführende Bahnstrecke zwischen Ochsenfurt und Treuchtlingen, wie auch die Südtangente und die Marktbreiter Straße wurden gesperrt. Ein sicherer Verkehrsfluss wäre aufgrund der massiven Rauchentwicklung nicht mehr möglich gewesen. In der Mainklinik führte die Feuerwehr Messungen durch, weil befürchtet wurde, dass Personal und Patienten durch den Rauch schaden nehmen könnten. Eine Evakuierung war glücklicherweise nicht notwendig, die Werte bewegten sich nach Aussagen von vor Ort noch im normalen Bereich.

Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln kämpften die Floriansjünger gegen die Flammen, jedoch konnten sie eine Ausbreitung auf einen rund 160 Meter langen Tunnel der Zuckerfabrik und andere Gebäudeteile nicht verhindern. Dies und die lichterloh brennenden Strohballen erschwerten die Löscharbeiten für die Kameraden erheblich. Bis in die Morgenstunden kämpften rund 270 Feuerwehrleute aus den Landkreisen Würzburg und Kitzingen, zusammen mit der Werksfeuerwehr Südzucker gegen die Flammen. Immer wieder loderten in der Nacht Glutnester in den Strohballen auf und verliehen dem Werksgelände eine gespenstische Szenerie. Diese galt es auseinanderzuziehen und abzulöschen, wobei die Kameraden Unterstützung vom THW aus Würzburg und Ochsenfurt erhielten.

Wie lang sich die Nachlöscharbeiten hinziehen ist bislang ebenso unklar wie die Brandursache. Zu letzterer hat die Kriminalpolizei Würzburg die Ermittlungen aufgenommen. In den Morgenstunden war dann auch endlich der Hinweis für die Anwohner nicht mehr nötig und sie konnten ihre Fenster und Türen wieder öffnen. Glücklicherweise sind bislang keine Verletzten zu verzeichnen. Trotzdem war der Rettungsdienst vorsorglich mit 38 Kräften an der Einsatzstelle.


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