20.04.2017 - Hengersberg - News Nr.: 11083
Verkehrssünder im Visier: Großkontrolle der Polizei auf der A3
Intensive Kontrollen für Geschwindigkeit, Abstand und Überholverbot im Bereich Deggendorf - 14-tägiger Konzepteinsatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit - Schleierfahnder ebenfalls mit im Einsatz

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Vergehen im Straßenverkehr sind auf deutschen Straßen an der Tagesordnung und führen nicht selten zu schweren Unfällen. Gerade auf Autobahnen und in Baustellenbereichen ist die Gefährdung durch überhöhte Geschwindigkeit, mangelnden Abstand und verbotswidriges Überholen sehr hoch. Allein im niederbayerischen Bereich ereigneten sich 2016 13.889 schwerwiegende Verkehrsunfälle mit Blech- und Personenschäden, wovon in 3.885 Fällen die Hauptunfallursache ein ungenügender Sicherheitsabstand war. Aus diesem Grund hat sich die Verkehrspolizei Deggendorf zu einem sogenannten Konzepteinsatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entschlossen.

Zwei Wochen lang kontrollieren die Beamten der Verkehrspolizei Deggendorf mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei Autofahrer auf der A3 in ihrem Wirkungskreis. „Wir konzentrieren uns auf Abstandsverstöße bei Lastkraftwagen. Ungenügender Sicherheitsabstand ist einer der Hauptunfallursachen auf Autobahnen und auch speziell bei Lkw.“, berichtet Markus Völkl vom Sachgebiet Verkehr des Polizeipräsidiums Niederbayern. Deswegen wird zuerst auf einer Autobahnbrücke eine Messstelle für Abstand und Geschwindigkeit eingerichtet, bevor die Beamten kontrollieren. Durch die direkte Übertragung ins versteckt stehende Überwachungsfahrzeug können die Polizisten bei Verstößen gleich reagieren. Die Beamten im Fahrzeug informieren dann ihre Kollegen der Bereitschaftspolizei auf einem nahen Parkplatz. Markus Völkl beschreibt den Ablauf wie folgt: „Dort stehen Fängerfahrzeuge, ganz normale Polizeiautos. Kennzeichen, Farbe und besondere Aufschrift wird dann durchgegeben. Sie Schauen und warten bis der Lkw vorbei ist, fahren diesem hinterher und geben Anhaltesignale. Sie lotsen ihn dann hier auf den Parkplatz und Kollegen übernehmen dann die Konrolle“. Ein Ablauf der sich immer wiederholt, denn die Fängerfahrzeuge fahren sofort weiter und nehmen wieder ihren Platz ein. Dabei geht es den Beamten aber nicht nur um die Ahndung, sondern auch um die Prävention, weshalb die Kontrollen auch angekündigt wurden. Die Polizei möchte bei dem Konzepteinsatz nicht stur und stupide die Verkehrssünder herausziehen und bestrafen. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und präventiv zu handeln, damit die Fahrer Abstände einhalten und so Unfälle vermeiden.

Natürlich achten die Beamten aber auch auf ander Delikte im Straßenverkehr und die Schleierfahndung ist ebenfalls unterwegs. Helmut Wittmann, Leiter der Fahndungskontrolle Deggendorf erklärt: „Wir sind zuständig für den grenzüberschreitenden Personenverkehr. Wir streben einen ganzheitlichen Kontrollansatz an. Wir wollen nicht nur eine Gruppe kontrollieren, sondern alle Verkehrsteilnehmer.“ in diesen Bereich fallen nicht nur die Ausländerkriminalität und Drogenfahrten, sondern auch gefälschte Führerscheine, Dopingmittel und vieles mehr. „Überwiegend sind wir Nachts unterwegs“, wie Wittmann im Gespräch erklärt. Die Mitglieder der Fahndungskontrollgruppe haben gelernt, auf kleinste Details zu achten, welche anderen als unwichtig erscheinen. „Gerade unter Müll befinden sich oft hochwertige Teile. Bootsmotoren haben wir da schon gefunden.“, erklärt Wittmann. Aber auch sprichwörtliche „Griffe ins Klo“ sind dabei, wie am Donnerstagnachmittag (13.04.2017) am Parkplatz Hengersberg. Hier kontrollierte die Fahndungsgruppe einen blauen Transporter in schlechtem Allgemeinzustand. Beim Hinterherfahren viel den Beamten auf, dass die Ladefläche mit Gerümpel beladen ist. Während der Kontrolle allerdings stellte sich dann heraus, dass nur Gebrauchsgegenstände und mehrere alte Reifen geladen waren. Dafür stellten die Fahndungsbeamten davor schon gefälschte Führerscheine und Dopingmittel fest. Ebenso gingen ihnen vier bis fünf Personen ins Netz, die unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug führten.

Einfach ist der Job der Polizeibeamten bei einer solchen Großkontrolle sicherlich nicht. Sie sehen sich nicht nur mit verständigen Menschen konfrontiert, sondern auch mit genervten Fahrzeugführern. Nicht immer funktioniert es mit der Verständigung einwandfrei, denn die Beamten sprechen zwar englisch, aber sie beherrschen nicht alle Sprachen der Welt. „Sollte es nicht möglich sein, haben wir Formblätter in verschiedenen Sprachen. Sollte das nicht gehen, muss man sich mal mit Händen und Füßen verständigen.“, berichtet Völkl. Viele Autofahrer haben aber Verständnis für die Kontrollen und befürworten diese sogar, so wie zum Beispiel Josef Fuchs, ein österreichischer Lastwagenfahrer: „Früher haben wir das nicht einmal probieren dürfen, was heute alles auf der Straße passiert. Ich bin dafür, dass noch viel mehr kontrolliert wird.“. Im Gegensatz zum normalen Autofahrer wird er nach seinen Angaben relativ häufig kontrolliert. In Deutschland und Österreich so alle drei bis vier Monate. Was für ihn noch wenig ist, denn in Tschechien oder Polen beispielsweise sind Kontrollen an der Tagesordnung.


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